Alle gemeinsam, jeder individuell

„Ja, wir sind gut angekommen“ sagen die fünf Künstler aus Soest, die im Kreis Steinfurt auf Einladung des Wettringers Berthold Krümpel die Künstlergemeinschaft Wettringen gegründet haben. Sie fühlen sich wohl in ihrem neuen Zuhause. In einem ehemaligen, vom Abriss bedrohten Kirchengebäude haben sie sich ihre Ateliers eingerichtet (der Anzeiger berichtete).

aus dem Soester Anzeiger vom 05.09.2016

Ich bin Utopist

Es ist meine Überzeugung, dass eine andere Welt möglich ist. Und dass wir alle, die wir diese kurze Epoche miteinander teilen, mit jeder noch so kleinen alltäglichen Entscheidung eine Zukunft gestalten, die noch ungeschrieben ist.

Es ist meine fortwährende Übung, aus meinen Überzeugungen Worte und Taten werden zu lassen. Vor allem meine unausweichliche Rolle als Konsument hinterfrage ich seit einiger Zeit konsequent und suche nach Möglichkeiten, die Ausbeutung von Menschen, Tieren und der Umwelt mit meinen Kaufentscheidungen nicht mehr zu unterstützen.

Ich ziehe Ansporn aus der Gewissheit, dass aus Utopien Realitäten werden. Für uns sind heute Umstände selbstverständlich, die nur wenige Generationen zuvor so phantastisch erschienen sein müssen, wie uns heute die Vorstellung einer Wirtschaftsordnung, die Menschen vor Profit stellt und einer echten direkten Demokratie.

Um einen Weg in diese aus heutiger Sicht utopische Zukunft zu bahnen, engagiere ich mich für die Solidargemeinschaft Artabana.

In der Theorie setze ich mich mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen auseinander, das ich für den nächsten logischen Schritt in der Freiheitsentwicklung unserer Gesellschaft halte sowie mit Instrumenten für stärkere politischen Teilhabe wie Liquid Democracy und die Direkte Demokratie.

Als Weiterentwicklung und Korrektur des Kapitalismus halte ich das Modell der Gemeinwohl-Ökonomie für richtungsweisend sowie die Impulse aus der Postwachstums-Bewegung für essenziell.

In meiner Vorstellung einer auf die gemeinsame Entwicklung und freie Entfaltung ausgerichteten Gemeinschaft bildet Schaffen im Geiste der Open-Culture-Bewegung und Creative Commons die rechtliche Grundlage – entgegen der heute üblichen protektionistischen Haltung mit ihren immer absurder werdenden Patentierung.

6,5 Mio. Deutsche leben teilweise oder ausschließlich vegan

Acht Prozent der Deutschen leben teiweise oder ausschließlich vegan. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie, die das Marktforschungsinstituts YouGov im Auftrag der METRO Cash & Carry Deutschland durchgeführt hat.

Damit gibt es ein weiteres Indiz dafür, dass die vegane Lebensweise (oder hier im Speziellen: die Ernährung) kein vorübergehender Trend ist, sondern, wie es der Vorstand von YouGov, Holger Geißler, formulierte, „in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.“

Interessant ist auch, dass nach wie vor, der ethische Aspekt, Tierleid zu vermeiden, im Vordergrund steht, um sich gegen tierische Lebensmittel zu entscheiden (25 Prozent aller Befragten gaben dies als Grund an). Der Gesundheitsaspekt dagegen ist sogar noch etwas weniger ausschlaggebend für einen Ernährungswandel hin zu pflanzlicher Kost (18 Prozent) als die einfache Lust, etwas Neues auszuprobieren (19 Prozent).

Quelle: http://www.food-monitor.de/2015/06/deutschland-isst-vegan-vegan-trend-erreicht-die-breite-bevoelkerung/produkte-und-promotions/

Microsoft im guten Glauben

„Schließlich werden wir auf personenbezogene Daten zugreifen, diese offenbaren und bewahren, einschließlich privater Inhalte (wie der Inhalt Ihrer E-Mails und andere private Mitteilungen oder Dateien in privaten Ordnern), wenn wir in gutem Glauben sind, dass dies notwendig ist, um“ – zum Beispiel – „unsere Kunden zu schützen“ oder „den Betrieb und die Wartung der Sicherheit unserer Dienstleistungen zu erhalten“

— aus dem neuen Kleingedruckten von Microsoft (siehe Abschnitt „Gründe, Warum Wir Personenbezogene Daten Teilen“; gefunden bei Steven Frank)

„Es gibt nur ein Hindernis: das Misstrauen in den anderen.“

„Das BGE ist etabliert, hat seinen festen Platz in der Diskussion um Alternativen zur gegenwärtigen Sozialpolitik. Damit ist schon viel erreicht, denn vor zehn Jahren war das noch unvorstellbar. Heute stehen wir vor der Frage, weshalb angesichts der sachlich klaren Argumente die Diskussion nur voranschleicht. Ein entscheidender Grund dafür ist, dass die Bürger sich noch nicht genügend als Bürger begreifen, sonst würden sie sich von einem Sozialstaatsverständnis verabschieden, das den Erwerbstätigen und nicht den Bürger im Zentrum sieht. Davon müssten wir erst wegkommen, das geht nicht durch Anleitung „von oben“, sondern durch öffentliche Auseinandersetzung miteinander. […]

Es gibt in meinen Augen nur ein Hindernis [auf dem Weg zur Einführung]: das Misstrauen in den anderen. Das durchzieht alle, auch die noch so differenzierten Kritiken am BGE. Welches BGE dann am Ende dabei herauskommen würde, hängt von den Bürgern ab, die mächtiger sind, als gemeinhin angenommen wird, und so ohnmächtig, wie sie sich selbst machen. Wofür sie sich dann entscheiden, ist auf der Basis demokratischer Verfahren legitim.“

– Prof. Dr. Sascha Liebermann im Interview „Der Bürger muss im Zentrum der Systeme sozialer Sicherung stehen.“ mit dem Netz­werk Grund­einkommen

Von Äpfeln, Birnen und Nationen

Wie Statistiken die Weltsicht verzerren können

image

Am Wochenende publizierte die Süddeutsche Zeitung in ihrer Wochenchronik eine aktuelle Statistik zur Flucht aus Syrien. Hauptaugenmerk hatte dort eine Aufstellung der „syrischen Asylbewerber in Europa“ (siehe oben). Ein Blick auf das Balkendiagramm macht klar: von den genannten europäischen Staaten hat Deutschland in den vier Jahren der Erhebung die meisten Flüchtlinge aufgenommen, dicht gefolgt von Schweden. Danach kommt – mit großem Abstand – die Niederlande.

Was hier aber so objektiv und unverfälscht erscheint, ist doch eine starke Verzerrung der Wirklichkeit, denn was hier verglichen wird, sind Nationen – komplexe Gebilde in Grenzen, die die Willkür der Geschichte in der Regel gewaltsam gezogen hat. Hier treten ja nicht Nationalmannschaften unter (einigermaßen) gleichen Voraussetzungen und Regeln gegeneinander an, sondern es werden höchst unterschiedliche Gemeinschaften mit sehr ungleicher Zahl von Menschen in voneinander verschiedenen Rahmenbedingungen verglichen. Es kann nicht gut gehen, wenn einer derart variablen Seite der Gleichung eine absolute Zahl entgegenstellt wird. „Von Äpfeln, Birnen und Nationen“ weiterlesen

Konventionelle-Energien-Umlage

Greenpeace hat eine Studie in Auftrag gegeben, um herauszufinden, was eine „Konventionelle-Energien-Umlage“ kosten würde, wenn also die versteckten Kosten von Kohle- und Atomstrom so transparent umgelegt werden würden wie die der Erneuerbaren Energien.

Sie kommt zu dem Ergebnis, dass diese fiktive Umlage doppelt so viel kosten würde wie die viel beschriene EEG-Umlage:

Denn während pro Jahr knapp 20 Milliarden Euro per Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in den Ausbau von Wind, Wasser und Sonne fließen, belaufen sich laut Studie die versteckten Zusatzkosten für konventionelle Energieträger 2014 und 2015 auf jeweils rund 40 Milliarden Euro. Diese 40 Milliarden Euro setzen sich zusammen aus staatlichen Subventionen und finanziellen Vergünstigungen für konventionelle Energien und aus externen Kosten, mit denen die Gesellschaft für Umweltschäden oder die Endlagerung von Atommüll aufkommt. Die Studie belegt damit einmal mehr: Erneuerbare Energien sind nicht die „Preistreiber“ der Stromversorgung, sondern sie ersetzen Energieträger mit viel höheren Folgekosten für Steuerzahler und Gesellschaft.

Die gesamte Studie gibt es auf der Greenpeace-Seite.

Wir freuen uns, dass sämtliche deutschen Zeitungen erklärt haben, dass Satire – auch verletzende – nicht nur gewollt, sondern integraler Bestandteil der Meinungsfreiheit und damit der Demokratie ist. Wir überlegen uns ernsthaft, davon dieses Jahr Gebrauch zu machen.

Claus von Wagner von der „Anstalt“ im Interview mit Krautreporter